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>> Bilder, die bleiben
>> Weiterhin in Kontakt bleiben
>> Ein Grab ist ein kleiner Garten
>> Beim Klettern und Spielen die Trauer vergessen
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>> 27 Selbsthilfegruppen präsentierten sich

>> Mit dem Lama auf Erlebnistour
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>> Das alte Leben gibt es nicht mehr
>> Würdiger Rahmen für Menschen in Trauer
>> Unterfränkischer Verkehrs- und Sicherheitstag
>> Netzwerk für Angehörige von Unfallopfern

29. September 2011
Bilder, die bleiben
Ein Dokumentarfilm über Abschied und Tod ...
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07. Februar 2011
Weiterhin in Kontakt bleiben
Das Planen und Bepflanzen eines Grabes ist nicht nur ein äußerlicher Vorgang. Es ist auch eine Form der Auseinandersetzung ...
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07. Februar 2011
Ein Grab ist ein kleiner Garten
Richard Höfling gab praktische Anregungen zur Gestaltung. Pflanzen können Symbole sein, die einen Bezug schaffen zu ...
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DAV Panorama 4/2011
Beim Klettern und Spielen die Trauer vergessen
Wut lässt sich nicht einfach verstecken. Schmerz zermürbt. Und der Trauer kann man nicht für immer entfliehen. Aber mag sie noch so groß sein: Man kann ihr davonklettern – für Momente, für Stunden, manchmal auch länger.

In der Kletterhalle der DAV-Sektion Bad Kissingen üben 18 Jungen zwischen sechs und vierzehn Jahren Achterknoten, sichern sich gegenseitig an den Kletterwänden und hangeln an der Boulderwand. Sie schwitzen, beißen die Zähne zusammen und starten neue Versuche. Und: Sie lachen und fühlen sich (endlich) unbeschwert. Für kurze Zeit ist er vergessen, der Verlust eines lieben und nahen Menschen – Vater, Mutter, Großeltern, Geschwister, Freunde –, den alle verarbeiten müssen.

Hier brauchen sie nicht viele Worte, um auszudrücken, was sie verbindet. Und sie müssen keine Angst haben, etwas Falsches zu sagen. „Kinder und Jugendliche trauern anders als Erwachsene, und Jungs trauern anders als Mädchen“, sagt die Projektleiterin und Sozialpädagogin Maritta Düring- Haas. Viele Jungs bekommen früh eingeimpft, dass Männer Macher sind. So ist es auch bei der Trauer: Jungs können sie gut bewältigen, wenn sie handeln, sich auf eine Sache konzentrieren und sich dabei richtig auspowern können. Klettern ist hierfür gut geeignet.

Das Projekt „Trauerarbeit in der Senkrechten“ realisierte die Christian-Presl-Stiftung Bad Kissingen, eine Beratungsstelle für Menschen in Trauer, mit Unterstützung der Sektion und ihres Vorsitzenden Heinz Steidle, finanziert mit Hilfe einer Spende der Dorfjugend Oberwerrn. Es ist angelehnt an das Kletterangebot „Alles ist anders“ der Hospizgruppe Freiburg, bezieht aber auch die Angehörigen mit ein. Schlusspunkt vor dem Weiterweg im Leben war deshalb ein gemeinsamer Familientag in der Kletterhalle.

klettern


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Volkszeitung Schweinfurt, 27.05.2010
Trauerarbeit in der Senkrechten
Projekt speziell für Jungs: Abschluss im Kletterwald

(mim) Dem persönlichen Gefühl von Trauer kann man nicht davonlaufen, auch nicht davonklettern. Dennoch verbrachten am Samstag zehn Jungs über drei Stunden damit, im Schweinfurter „Kletterwald am See“, den Boden unter sich zu lassen und zusammen mit Familienangehörigen in den Kletterparcours zu steigen.

Was die Jungs zwischen acht und 13 Jahren verbindet: Sie alle haben in jüngerer Vergangenheit einen lieben und nahen Menschen durch den Tod verloren – Vater, Mutter, Opa, Oma, Freund oder Freundin. Und: Sie alle haben an dem Programm „Trauerarbeit in der Senkrechten“ teilgenommen. Dieses hat die Christian-Presl-Stiftung in Bad Kissingen seit Dezember an fünf Terminen in der Kletterhalle in Bad Kissingen für trauernde Jungs aus den Landkreisen Schweinfurt, Bad Kissingen und Rhön-Grabfeld angeboten. Der Familientag im Schweinfurter Kletterwald war der Abschluss des Programms.

Sozialpädagogin Maritta Düring-Haas, leitet die Christian-Presl-Stiftung, die seit drei Jahren in der Region Main-Rhön Hinterbliebene von Unfallopfern und Menschen in Trauer betreut. Sie erklärt: „Jeder Mensch trauert anders. Frauen anders als Männer, Mädchen anders als Buben, Kinder anders als ihre Eltern.“

Daraus entstand die Idee zu „Trauerarbeit in der Senkrechten“, einem unterfrankenweit einzigartigen Angebot speziell für Jungs. „Jungs halten ihre Trauer oft zurück, um beispielsweise nach dem Verlust des Vaters ihre trauernde Mutter zu schützen und keine neuen Tränen zu provozieren“, sagt Düring-Haas. „Wir haben ihnen die Gelegenheit geboten, einmal nur an sich zu denken und von Gleichaltrigen in ähnlicher Situation verstanden zu werden.“ Auch ohne viel zu reden, beim Klettern. Dieses Angebot sei sehr gut angekommen.

Infos bei der Christian-Presl-Stiftung Bad Kissingen, Tel. (09 71) 69 91 90 79, E-Mail: info@christian-presl-stiftung.de – www.christian-presl-stiftung.de

   

 


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MainPost, 22.10.2009
27 Selbsthilfegruppen präsentierten sich
Zweiter Tag der Begegnung im Landkreis

tk) Zufriedene Bilanz zieht Peter Wehner nach dem zweiten Tag der Begegnung im Landkreis Bad Kissingen. Wie schon vor zwei Jahren fand die Veranstaltung im Kursaal von Bad Bocklet statt. Unter dem Motto „Gemeinsam Probleme meistern!“ fanden sich in diesem Jahr 27 Selbsthilfegruppen zur gemeinschaftlichen Präsentation zusammen.

Neben der Selbstdarstellung der einzelnen Gruppen fanden über den Tag verteilt immer wieder Vorträge zu speziellen Themen statt. So zu Fragen der Förderung von Selbsthilfe, Möglichkeiten zu Reha- oder Anschlussheilbehandlungen oder aber rechtliche Aspekte der Patientenverfügung. Abgerundet wurde das Begleitprogramm durch einen Auftritt des Mundartsängers Konrad Albert.

Besonders dankbar zeigten sich die Veranstalter gegenüber den Unterstützern und Sponsoren. So hatte die Gemeinde Bad Bocklet den Kursaal zur Verfügung gestellt und die Kissinger Sparkasse ihren Sponsoringbetrag in diesem Jahr aufgestockt. Damit wurden die Ausgaben für Plakate und Werbeblätter finanziert.

Neben den Aktivitäten der schon alteingesessenen Gruppen freute sich Peter Wehner aber auch über das Entstehen neuer Selbsthilfegruppen. So fiel beim diesjährigen Tag der Begegnung das besonders Interesse an der Erkrankung Polyneuropathie auf. Einige Erkrankte hätten sich um Hilfemöglichkeiten bemüht. Wehner ist zuversichtlich, dass sich demnächst hierzu eine eigene Selbsthilfegruppe zusammenfinden wird. Auch bei der Gründung anderer Selbsthilfegruppen fungiert er gerne als Geburtshelfer.

Kontakt: Peter Wehner, Tel. (0 97 34) 12 53 oder unter www.lkkissingen.rhoen-saale.net


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MainPos, 13.08.2009
Mit dem Lama auf Erlebnistour

(ikr) Wenn man einen Menschen verloren hat, wirft das Leben plötzlich Schatten. Die Trauer verschüttet Vieles. Manchmal muss man erst wieder lernen, sich für das Leben zu öffnen. Bei einem Wochenende in Burglauer gingen ein paar Familien in Trauer einen ganz ungewöhnlichen Weg. Mit Lamas wanderten sie durch die Fluren und erfuhren, wie das Leben sich wieder etwas öffnet. Den Erlebnistag hatte die Christian-Presl-Stiftung (Bad Kissingen) organisiert.

Die Teilnehmer hatten sich im Januar bei einem Familienwochenende für Trauernde in Bad Königshofen kennengelernt, sagt Cornelia Weber von der Presl-Stiftung. „Sie fühlten sich verbunden und wollten sich wiedersehen.“ Von der Orienda-Ranch in Burglauer wusste man bei der Stiftung schon und meldete die Gruppe dort an.

Am vergangenen Wochenende war es dann soweit: Die Familien begaben sich dort mit ihren Kindern auf eine meditative Entdeckungsreise. Mit fünf Lamas wanderten sie durch Wälder und über Wiesen. „Lamas bauen Brücken zwischen Tier und Mensch, lösen Ängste und regen dazu an, festgefahrene Strukturen zu verlassen“, umschreibt Birgit Appel-Wimschneider den Erfolg eines solchen Tags.

Die Expertin für Tier gestützte Therapie und Erlebnispädagogin arbeitet auf der Ranch auch noch mit anderen Tieren, wie zum Beispiel Pferden, Ziegen, Hasen, Katzen und sogar einem Hängebauch-Schwein. Und so war an dem Tag auch für jeden das passende Tier als Partner dabei. „Die Bewegungslust und Lebendigkeit soll wieder spürbar werden“, umschreibt die Leiterin der Stiftung, Maritta Düring-Haas, den Nutzen solcher Begegnungen.

Die Christian-Presl-Stiftung ist eine Beratungsstelle für Hinterbliebene von Unfallopfern und Menschen in Trauer für die Regionen Bad Kissingen, Rhön-Grabfeld und Schweinfurt. In absehbarer Zeit sind weitere Veranstaltungen für Trauernde geplant: Am 26. September soll es eine Kreativ-Werkstatt geben. Und im Winter wird beim Alpenverein ein Kletterkurs für Jungs stattfinden, die einen Angehörigen verloren haben.




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Saalezeitung, 06.08.2009
Rat und Tat in schwerer Zeit
Die Christian Presl-Stiftung kümmert sich um Hinterbliebene

Um die Hinterbliebenen von Unfallopfern und um Trauernde kümmert sich die Christian Presl-Stiftung. Am Mittwoch machte sich Landrat Thomas Bold selbst ein Bild von dieser Einrichtung und ihrer Arbeit.

Die Stiftung ist zuständig für die Bereiche Bad Kissingen, Rhön-Grabfeld und Schweinfurt. Menschen in Trauer erfahren von ihr professionelle Unterstützung. Angeboten werden Einzelberatung, Aktionen für unterschiedliche Zielgruppen, Vorträge und Gesprächskreise für Erwachsene, die einen lieben Menschen verloren haben.

Sie finden in den Diplom-Sozialpädagoginnen Maritta Düring-Haas und Cornelia Weber eine Ansprechpartnerin.

Nicht ganz alltäglich ist das Projekt "Trauerarbeit in der Senkrechten" für Acht- bis 15-Jährige. Dahinter verbirgt sich Klettern in Kooperation mit dem Bad Kissinger Alpenverein. Denn auch junge Menschen müssten einen Weg finden, mit der Trauer umzugehen, sagt Frau Düring-Haas.

Bold lobte die Einrichtung und ihre Arbeit als "toll". Es seien oft Kleinigkeiten, die helfen könnten und eine große Wirkung erzielten. Das weiß der Landrat aus eigener Erfahrung.

Gegründet wurde die Stiftung vom Geschäftsführenden Gesellschafter der "Bavaria"-Kliniken, Rudolf Presl, nach dem Unfalltod seines Sohnes Christian, der im Mai 2005 mit dem Auto verunglückt ist. Der Seniorchef unterstützt sie finanziell.

Frau Düring-Haas hat sie seit 2007 aufgebaut. Seit Mitte 2008 befindet sich die Einrichtung in der Spargasse 18, also mitten in Bad Kissingen. Der ist barrierefrei möglich.

Saalezeitung 2009


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MainPost, 20.05.2009
Isar 12 und ein zweifacher Weltmeister in Bad Kissingen
Sicherheitstag der unterfränkischen Polizei

(zar) Ihren 18. Verkehrs- und Sicherheitstag veranstaltet die unterfränkische Polizei am kommenden Sonntag, 24. Mai, in Bad Kissingen. Im Bereich zwischen Salinenstraße und Promenadenstraße sowie im Tattersall informieren von 10 bis 18 Uhr Behörden, Organisationen und Partner der Polizei über Verkehrssicherheit und Themen wie Kriminalitäts- und Suchtprävention sowie Sicherheit und Unfallverhütung in Beruf, Haushalt und Freizeit.

Neben der unterfränkischen Polizei sind unter anderem Bundespolizei, Feuerwehr, Rettungsdienst des Roten Kreuzes, Technisches Hilfswerk, Wasserwacht, DLRG, TÜV und Dekra, ADAC, Verkehrswacht Bad Kissingen, Straßenverkehrsamt, Jagdverband, Alpenverein Bad Kissingen, Forstamt, Bergwacht Rhön, die land- und forstwirtschaftliche Berufsgenossenschaft sowie Schulen vertreten. Die Polizeipuppenbühne Weiden, die Kripo Schweinfurt, das Landeskriminalamt, Landratsamt, Weißer Ring und Christian-Presl-Stiftung sowie Vertreter der Notfallseelsorge und psychosozialer Dienste bieten Vorführungen und Infos.

Die Polizei selbst informiert über Verkehrsthemen, das sichere Fahrrad, motorisierte Zweiräder sowie Kriminalprävention. Dazu gibt es Hinweise auf Sicherungstechniken, Falschgeld und das Waffenrecht. Die Verkehrspolizei zeigt Geräte und Fahrzeuge zur Verkehrsüberwachung. Im Laufe des Tages wird auch ein Polizeihubschrauber zur Besichtigung einschweben. Der legendäre Funkstreifenwagen Isar 12 rundet das Besichtigungsangebot ab.

Mit einem großen Stand ist die Bundespolizei vertreten. Als Gäste bringt die Bundespolizei zwei erfolgreiche Sportler mit nach Kissingen: Die Bob-Sportlerin Berit Wiacker und der zweimalige Rodel-Weltmeister David Möller (Rennrodeln) sind beide Angehörige der Bundespolizei. Sie stehen zwischen 13 Uhr und 16 Uhr zu Gesprächen und zu einer Autogrammstunde am Stand der Bundespolizei bereit.

Beim Verkehrs- und Sicherheitstag der Polizei können Besucher an Fahrsimulatoren Eindrücke sammeln. Auch ein Gurtschlitten ist im Einsatz. Zudem gibt es Informationen zur Sicherung von Kindern im Auto, über Sicherheit im und am Wasser, zur Sicherheit bei der Waldarbeit, zur richtigen Baustellenabsicherung und zu Gesundheitsrisiken im Straßenverkehr.

Unterhaltsames bietet auf einer Aktionsfläche eine große Einsatzübung von BRK, Feuerwehr und Polizei. Dazu kommen Selbstverteidigungsvorführungen der Bereitschaftspolizei. Auch die Rettungshundestaffel präsentiert sich. Die Bergwacht Rhön zeigt eine Rettungsaktion aus einem Baum, während es bei der Feuerwehr bei einer Vorführung gegen Mittag um die Wirkung explodierender Spraydosen und um aktiven Brandschutz geht. Nachmittags sind die Hip-Hop-Gruppe des Jugendzentrums und die Kissinger Sambo-Kampfsportgruppe angesagt.

Bei einer Fahrt auf der Saale mit dem Dienstboot der Wasserschutzpolizei haben Besucher die Möglichkeit, sich über die Arbeit der Wasserschützer zu informieren. Die Kletterwand des Alpenvereins, der Kart-Parcours des ADAC sowie eine Modell-Legoeisenbahn und ein Ausflug mit der Feuerwehrdrehleiter in luftige Höhen bieten besondere Erlebnisse. Polizisten betreuen junge Besucher mit einem Kinderprogramm. Auf einem Polizeimotorrad können sich die Kleinen fotografieren lassen. Teilnehmer am Verkehrsquiz erhalten einen Kinderpolizeiausweis. Darüber hinaus sind Schulklassen mit einem Graffiti-Wettbewerb von der Partie. Die besten Arbeiten werden prämiert.

Am Stand der Polizeiinspektion Bad Kissingen bietet sich Gelegenheit, an einer Geldspendenaktion zu Gunsten der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS) teilzunehmen und bei einer Verlosung eine Ballonfahrt zu gewinnen.


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MainPost, 18.10.2008
Die Unendlichkeit des Schmerzes
Christian-Presl-Stiftung unterstützt Selbsthilfegruppe Verwaister Eltern

Wenn ein Kind ums Leben kommt, stirbt auch ein Lebenstraum der Eltern. Den Verlust zu verkraften, dauert oft Jahre, manchmal ein ganzes Leben. Große Unterstützung von Angehörigen und Freunden erfahren die Eltern dann unmittelbar nach dem tragischen Ereignis. Später wird die Trauer der Angehörigen aber oft nicht mehr beachtet, ja manchmal als „nicht normal“ eingestuft. Genau hier setzt Diakon Arno Wehner mit der „Selbsthilfegruppe für Verwaiste Eltern“ der Pfarrgemeinde Herz-Jesu an.

„Wir lachen zusammen und wir weinen zusammen“, beschreibt eine Mutter treffend das, was sie im Zusammentreffen mit anderen Eltern an Positivem erfährt. Die „Gespräche mit Gleichgesinnten“ seien für sie von großer Bedeutung, „denn nicht jeder kann meine Trauer verstehen“. Vor drei Jahren verlor die Frau ihren 17-jährigen Sohn bei einem Mopedunfall. „Man weigert sich einfach, das anzunehmen“, beschreibt sie die ersten Stunden, nachdem die Polizei ihr damals die schwerwiegende Nachricht überbracht hatte. „Und dann kapselt man sich erst mal ab.“

Eine andere Frau erzählt von ihrer Tochter, die mit 35 Jahren an Krebs gestorben ist. Wenn man das Schicksal von Maria F. (Name von der Redaktion geändert) hört, stockt einem der Atem: Vor 30 Jahren verlor sie ihren Mann bei einem Arbeitsunfall und musste sich mit ihren beiden Söhnen allein durchs Leben kämpfen. Drei Jahre später starb dann einer der Söhne bei einem Verkehrsunfall. Ereignisse, die in der kurzen Abfolge kaum zu verkraften waren. Die Trauer wog zentnerschwer und ließ sich über die Jahre kaum abbauen. Vor drei Jahren starb auch der zweite Sohn bei einem Verkehrsunfall – für Frau F. ein unbegreifliches Schicksal, mit dem sie noch heute hadert.

Am schmerzlichen Verlust ihres Sohnes haben auch Anita und Hans Obermann (Namen geändert) noch heute schwer zu tragen. In der ersten Woche bis zur Beerdigung hätten sich alle rührend gekümmert, sagt der Vater. Später habe die eigene Verwandtschaft ihn und seine Frau mit der Trauer im Stich gelassen. Ihr 30-jähriger Sohn hatte sich vor zweieinhalb Jahren zu einem sonnigen Urlaub in Italien verabschiedet, in den er zusammen mit der Motorrad-Clique aufbrach. Den Unfall an der Kreuzung eines Tiroler Ferienorts, den er nicht verschuldete und bei dem auch andere aus der Clique zu Schaden kamen, überlebte er als einziger nicht.

„Wir leben in einer kalten Welt“, sagt Anita Obermann. Während sich ursprünglich nahe stehende Personen von ihnen zurückgezogen hätten, gebe es in Tirol heute noch Menschen, die am Todestag Briefe schicken und erzählen, dass sie selbst Kerzen im Gedenken an den Sohn anzündeten.

Die Leute im Umfeld der Eltern gingen nach dem Todesfall zu bald zur Tagesordnung über, stellt Maritta Düring-Haas, Leiterin der Christian-Presl-Stiftung, fest. „Aber diese Menschen haben Spuren hinterlassen, man sollte über sie reden.“ Die Stiftung, die ins Leben gerufen wurde, um Hinterbliebenen von Unfallopfern mit Rat und Tat zur Seite zu stehen, hat sich jetzt auch die Unterstützung der Selbsthilfegruppe Verwaister Eltern auf die Fahnen geschrieben.

„Ich habe zahlreiche Bücher gelesen, die voller Ratschläge waren. Trotzdem habe ich weiter gesucht. Aber ich wusste gar nicht, wonach ich suche“, sagt Anita Obermann. Erst als sie auf die Presl-Stiftung aufmerksam wurde, habe sie Linderung bei diesem Anliegen erfahren. „Es wäre gut gewesen, wenn ich diesen Kontakt schon früher gehabt hätte.“

Am Anfang der Trauer wollen die meisten Eltern aber „gar nichts hören“, ist die Erfahrung von Diakon Arno Wehner, dem Leiter der Gruppe, die sich jeden dritten Donnerstag im Monat im Pfarrgemeindezentrum trifft. Wenn sie den Weg zur Gruppe gefunden haben, seien sie bereit zu sprechen, wollen „sich frei reden“, sagt Wehner. Zuhören sei daher die wertvollste Eigenschaft, die man den Eltern im Gespräch bieten kann.

Wert legt der Diakon darauf, dass man die Gruppe nicht als kirchliche Einrichtung begreift. Es gehe dort nicht um Gott und die religiöse Praxis. „Gott wird's schon richten“, würden zwar viele Menschen in solchen Fällen floskelhaft daher sagen. „Das Spiel ist aber offen, Gott ist ohnmächtig.“ Nach Wehners Auffassung seien die tragischen Vorkommnisse oft abhängig von Naturgewalten und zufälligen Ereignissen.

Informationen zur SHG Verwaister Eltern bei der Pfarrgemeinde Herz-Jesu, Tel. (09 71) 69 98 28-0.



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MainPost, 07.10.2008
Für Angehörige ein Netzwerk der Hilfe knüpfen
„Notfall-Angebot“ der Presl-Stiftung


Wenn der Lebenspartner, das eigene Kind, die geliebte Mutter plötzlich bei einem Verkehrsunfall ums Leben kommen, fallen Angehörige oft in ein tiefes Loch. Die Christian-Presl-Stiftung bietet Hinterbliebenen in dieser belastenden Lebenssituation Hilfe an – und zwar sofort, wenn es gewünscht wird. Dabei arbeitet sie mit Notfallseelsorgern sowie Ehe-, Familien- und Lebensberatungsstellen der Diözese Würzburg zusammen.

Drei Jahre ist es her, dass Christian Presl im Alter von 34 Jahren bei einem tragischen Verkehrsunfall ums Leben kam. Die eigene Trauerbewältigung veranlasste die Familie dazu, ein Jahr später ein Beratungsangebot für die Hinterbliebenen von Unfallopfern ins Leben zu rufen. Die Resonanz nennt Maritta Düring-Haas „sehr gut“.

Die Leiterin der Stiftung hat inzwischen mit etlichen Angehörigen Kontakte geknüpft, hat in der Trauer vielfach Mut zugesprochen und den Menschen in schwierigen Situationen oft fachliche Unterstützung vermittelt. Denn viele unter ihnen wüssten dann nicht, wohin sie sich mit ihren Problemen wenden sollten – vor allem, weil ihnen auch die Kraft dazu fehle.

Manchmal trauern Menschen sehr lange Zeit einem geliebten Menschen nach, weiß Düring-Haas. Sie kapseln sich ab und sind nicht imstande, sich entsprechende Hilfe zu holen. Erst später knüpfen sie Kontakt zur Stiftung. „Wir hätten früher Hilfe gebraucht“, habe sie dann schon öfter gehört.

„Wir haben nach kompetenten Partnern und Brückenbauern gesucht“

Maritta Düring-Haas Christian Presl-Stiftung

Das veranlasste die ausgebildete Sozialpädagogin, intensiv über konkrete Hilfsmaßnahmen nachzudenken, die man Menschen anbieten kann, wenn sie plötzlich und unerwartet jemanden verloren haben, der ihnen sehr nah stand. „Wir haben nach kompetenten Partnern und Brückenbauern gesucht, die schnell und unbürokratisch auf verschiedenen Gebieten fachliche Unterstützung bieten können.“
90 tragische Unfälle pro Jahr

Im vergangenen Jahr gründete sich ein Arbeitskreis Notfallangebot. Die Notfallseelsorger Norbert Holzheid (Schweinfurt), Wolfgang Schöller (Bad Kissingen) und Günter Werner (Bad Neustadt) sowie Angelika März und Erhard Scholl von den Ehe-, Familien und Lebensberatungsstellen der Diözese Würzburg waren mit von der Partie, als es darum ging, für Angehörige ein Netzwerk der Hilfe zu knüpfen.

Jährlich kommen in Deutschland 13 000 Menschen bei einem Unfall ums Leben. In den Landkreisen Bad Kissingen, Schweinfurt und Rhön-Grabfeld, in denen die Presl-Stiftung Beratungsangebote macht, verlieren jährlich etwa 90 Menschen durch tragische Umstände im Straßenverkehr, im häuslichen Umfeld, am Arbeitsplatz oder bei einer Freizeitbeschäftigung ihr Leben, hat Düring-Haas recherchiert.
Faltblatt verteilen

„Bei einem schweren Unfall werden wir als Notfallseelsorger oft gerufen“, sagt Schöller. Dann wollen er und seine anderen beiden Kollegen künftig den Hinterbliebenen auch das neue Faltblatt über das Notfallangebot der Presl-Stiftung überreichen. Zudem wollen die Initiatoren des Arbeitskreises dafür sorgen, dass es an alle Ortsgeistlichen ausgeteilt wird. Überdies sollen bald auch alle Rettungskräfte in den drei Landkreisen über das Beratungsangebot im konkreten Notfall Bescheid wissen.

Über das Faltblatt könnten die Angehörigen dann gegebenenfalls selbst den Kontakt zur Presl-Stiftung herstellen, sagt Holzheid beim Pressegespräch. Er findet das neue Angebot für die Hinterbliebenen ganz wichtig, denn er habe auch schon erlebt, dass ganze Familien an solch tragischen Ereignissen „zerbersten“.

Jeder Mensch brauche unterschiedlich lange, bis er traumatische Unfälle mit Todesfolge verarbeite, weiß März. „Manchmal reißt alles erst viel später auf.“ Dann werde von den Betroffenen auch nicht selten die Frage nach der Schuld gewälzt, weil sie glauben, sie hätten den Unfall irgendwie verhindern können, so die Familienberaterin weiter. Und wenn dann beispielsweise der Vater als Autolenker überlebt, während das Kind auf dem Rücksitz starb, wiege die Schuldfrage besonders schwer.



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Schweinfurter Tagblatt, 09.08.2008
Das alte Leben gibt es nicht mehr

Der Sohn von Gudrun und Franz Schreiner war 19 Jahre alt, als er im März 2003 zu Hause an einem allergischen Schock starb. Die Sanitäter schirmten die Eltern ab, wollten ihnen eine Beruhigungsspritze geben, sie konnten ihren toten Sohn nur ganz kurz sehen. Die Tochter von Karin und Otto Bayer war 20 Jahre alt, als sie 2001 einen Motorradunfall nicht überlebte. Als die Eltern benachrichtigt wurden, war sie schon von der Unfallstelle weg gebracht. Erst am nächsten Tag konnten Bayers ihre Tochter in der Leichenhalle sehen.

Für beide Paare wäre es wichtig gewesen, an dem Ort bei ihren Kindern zu sein, an dem sie gestorben sind. „Eltern sollen selbst entscheiden können, ob sie zum Unfallort gehen, nicht Polizisten oder Ärzte“ – das ist eines der Anliegen, mit dem die Schweinfurter Selbsthilfegruppe „Verwaiste Eltern“ nun an die Öffentlichkeit geht.

Treffpunkt ist im Café des Museums Georg Schäfer, ein ruhiger Ort, ein guter Platz für das intensive Gespräch mit Eltern, die bereit sind, über ihren Verlust, aber auch über ihre Bedürfnisse und Anliegen zu reden. Anlass ist ein Flyer, den die 1996 gegründete Selbsthilfegruppe kürzlich herausgegeben hat, mit Unterstützung der Christian Presl-Stiftung Bad Kissingen, einer Beratungsstelle für Hinterbliebene von Unfallopfern.

Die Sehnsucht versiegt nie

Das blaue Faltblättchen mit den stilisierten Blumen und Schmetterlingen will aufmerksam machen auf die Arbeit der Selbsthilfegruppe, die sich jeden zweiten Montag im Monat trifft. Wer kommen will, ist willkommen, weder das Alter des verstorbenen Kindes noch der Zeitpunkt oder die Umstände des Todes spielen eine Rolle. Allen gemeinsam ist ein unsagbarer Schmerz und eine nie versiegende Sehnsucht, so haben es die Eltern formuliert. „Die Trauer hört nicht auf, aber sie verändert sich“, sagt Friedelinde Pohley, die die Gruppe viele Jahre zusammen mit der Gründerin Luzia Wölfing geleitet hat. 18 Jahre ist es her, dass ihre Tochter ermordet wurde. Kürzlich hat sie die Leitung an Karin Bayer übergeben, aussteigen will sie aber nicht, weil sie anderen zeigen möchte, dass ein neues Leben möglich ist. Das alte Leben freilich gibt es nicht mehr, das sagen alle Eltern an diesem Tag.

Was in dem geschützten Rahmen der Gruppe funktioniert – Reden, Zuhören, Verständnis für den Anderen – ist im Alltag oft schwierig. Auf einen Zettel haben die Eltern geschrieben, was ihnen wichtig ist. An erster Stelle steht: „Wir möchten die Umwelt sensibler machen gegenüber Trauernden“. Dann erzählen Bayers, Schreiners und Friedelinde Pohley Geschichten: von Bekannten, die ihnen aus dem Weg gegangen sind, von Floskeln wie „Ihr könnt doch noch ein Kind bekommen“.

Mehr Sensibilität gewünscht

Mehr Sensibilität wünschen sich die „Verwaisten Eltern“ auch von den Medien, die keine Unfallfotos veröffentlichen sollten, auf denen Opfer zu sehen sind und von den Ämtern, die mehr Zeit in gesetzliche Verfahren geben sollen. „Auch mit Polizisten, Ärzten und Priestern haben einige von uns schlechte Erfahrungen gemacht“, sagt Karin Bayer. Sie selbst hat gegen ihren Willen eine Beruhigungsspritze bekommen, als sie vom Tod ihrer Tochter erfahren hatte. Sie war im Schock, habe sich gar nicht so schnell wehren können. Alle haben die gleiche Erfahrung: „Psychopharmaka helfen nicht, sie stören den Trauerprozess.

Die Umwelt erwartet von Trauernden oft, dass sie nach spätestens einem Jahr zur Normalität zurück kehren. „Aber die gibt es nicht mehr“, sagt Lorita Weippert. Vor sieben Jahren hat sie ihren Sohn verloren. Er war erst sieben Jahre alt, als er innerhalb einer Woche an Leberkrebs starb – auf der Station Regenbogen der Uni-Klinik Würzburg. Sie selbst sei dort einfühlsam begleitet worden, bis heute gibt es Kontakt zur Seelsorgerin.

Jeder Betroffene, sagt sie, müsse den Weg in das neue Leben für sich gehen. Aber die Gruppe begleitet, gibt Halt, über die monatlichen Treffen hinaus. Die Eltern schreiben sich an den Gedenktagen, man telefoniert, spricht sich aus, unternimmt Ausflüge. Manchmal werden Referenten eingeladen, ein Notfallseelsorger war schon da, eine Buddhistin, ein Autor, der über Trauerarbeit geschrieben hat. Willkommen wäre noch ein Psychologe.

Am Ende des Gesprächs sagt Otto Bayer: „Die Zeit hält das Versprechen nicht, den Schmerz zu lindern. Aber wir lernen, damit umzugehen.“

Die Selbsthilfegruppe „Verwaiste Eltern“ trifft sich jeden zweiten Montag im Monat um 19 Uhr im Clubraum Gretel-Baumbach-Haus, Kornmarkt 24, in Schweinfurt. Kontakt: Karin Bayer, Dittelbrunn, Tel. (0 97 21) 41 53 4. Der Flyer der Gruppe wurde mitfinanziert von der Christian Presl-Stiftung Bad Kissingen, einem Netzwerk für Angehörige von Unfallopfern in der Region Main-Rhön, das von Maritta Düring-Haas aufgebaut wird. Gegründet wurde die Stiftung von der Familie von Christian Presl, der 2005 bei einem Verkehrsunfall ums Leben kam. Geboten wird: Trauerbegleitung, Vermittlung juristischer Beratung, Hilfe bei der Bewältigung von Alltagsproblemen, Unterstützung und Vernetzung regionaler Gruppen.



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MainPost, 06.08.2008
Würdiger Rahmen für Menschen in Trauer
Christian Presl-Stiftung bezieht neue Räume in der Bad Kissinger Innenstadt

BAD KISSINGEN (si) NeueRäume bezog die Christian Presl-Stiftung in der Bad Kissinger Innenstadt. Die Presl-Stiftung ist eine Beratungsstelle für Menschen, die einen Angehörigen durch einen Unfall verloren haben. Hier erhalten die Hinterbliebenen Hilfe und Unterstützung. Es spielt dabei keine Rolle, ob das tragische Ereignis durch einen Verkehrs-, Arbeits-, Freizeit- oder einen häuslichen Unfall ausgelöst wurde.

Seit 2007 gibt es die Christian Presl-Stiftung als Anlaufstelle für die Regionen Bad Kissingen, Bad Neustadt und Schweinfurt. Diplom-Sozialpädagogin Maritta Düring-Haas baut seitdem die Beratungsstelle auf. Die Stifterfamilie Presl stellte ihr vorübergehend Räume in der Klinik Bavaria zu Verfügung. Im März 2008 kam Rosemarie Stüwe als Assistentin dazu. Aus Platzgründen war ein Umzug in geeignete Räume notwendig. Seit Juni 2008 befindet sich die Beratungsstelle nun in der Spargasse 18 in der Bad Kissinger Innenstadt. Dekan Thomas Keßler und Pfarrer Jochen Wilde segneten bei einer kleinen Einweihungsfeier die neuen Räume. „Natürlich ist noch nicht alles perfekt eingerichtet, das wird sich im Laufe der Zeit noch entwickeln“, erklärte Düring-Haas bei der Einweihungsfeier. In den neuen Räumen könne man nun aber den Hilfe suchenden Menschen auch den nötigen Rahmen für ihre Trauer bieten.

Eine Flut von Aufgaben und Problemen unterschiedlichster Art sind laut Düring-Haas von den Angehörigen nach einem Todesfall zu bewältigen. Überforderung, Trauer und Hilflosigkeit kennzeichneten diese leidvolle, oft lang andauernde Lebensphase. Die Christian Presl-Stiftung wolle die Angehörigen mit ihren Sorgen, Nöten und ihrer Trauer nicht alleine lassen und sie in dieser schweren Zeit durch verschiedene Hilfsangebote unterstützen.


Freuen sich über die Einweihung der neuen Räume der Christian-Presl-Stiftung (von links): Dekan Thomas Keßler, Maritta Düring-Haas, Margarete Presl (Mitglied der Stifterfamilie), Rosemarie Stüwe und Pfarrer Jochen Wilde.



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Mainpost, 02.06.2008
Unterfränkischer Verkehrs- und Sicherheitstag

(mh) Mit einem Gottesdienst wurde am Sonntagmorgen auf dem Festplatz „Martinswiese“ in Marktheidenfeld der 17. Verkehrs- und Sicherheitstag des Polizeipräsidiums Unterfranken eröffnet. Kaplan Pater Matthias Yagappa, Diakon Peter Markert und Polizeiseelsorgerin Andrea Lorey zelebrierten die Feier gemeinsam, die vom Polizeichor Würzburg und der Bläsergruppe der Polizei aus Unterfranken festlich umrahmt wurde. Vom Himmel gab es ganztägig strahlenden Sonnenschein, nachdem sich der morgendliche Dunst aufgelöst hatte. Die Geistlichen würdigten in ihren Ansprachen den Dienst am Menschen, den viele Organisationen, die auf dem Platz mit Informationsständen und Aktionsflächen vertreten waren, leisteten. Recht und Ordnung seien ein festes Fundament auf dem die Gesellschaft aufgebaut sei.

Nach dem Gottesdienst marschierte der Spielmannszug der königlich-bayerischen Landwehr Esselbach zur Bühne, um die Eröffnung zu begleiten. Als erster Ergriff Unterfrankens Präsident Helmut Koch das Wort und freute sich über die gelungene und breit angelegte Veranstaltung zu Fragen des Verkehrs und der Öffentlichen Sicherheit. Er dankte dem Projektteam Peter Dütsch und Heribert Friese von der Polizeiinspektion Marktheidenfeld, die mit Unterstützung weiterer Polizeikollegen, den Tag organisiert hatten.

Unter den zahlreichen Gästen aus der Politik begrüßte er die Bundestagsabgeordnete Heidi Wright, die Landtagsabgeordnete Simone Tolle, den stellvertretenden Landrat Manfred Goldkuhle und den Landesvorsitzenden der Gewerkschaft der Polizei und unterfränkischen Personalratsvorsitzenden Harald Schneider. Außerdem waren viele Vertreter von Hilfsorganisationen, aus der öffentlichen Verwaltung, aus Schulen und Kindergärten gekommen. Kindergartenkinder hatten noch vor Kochs Rede einen kleinen Einblick in die moderne Verkehrserziehung gegeben.

Staatsminister Eberhard Sinner verwies als Schirmherr der Veranstaltung auf die breite Palette an Themen, in die Einblicke vermittelt würden. Sinner forderte Prävention, um Opfer- und Unfallzahlen weiter absenken zu können. Aufklärung könne die Menschen von der Wirksamkeit der Sicherheitssysteme wie dem Gurt im Auto überzeugen. Er lobte die erfolgreiche Polizeiarbeit vor Ort, eine leistungsbereite und motivierte Polizei, die den Bürgern ein hohes Maß an Öffentlicher Sicherheit beschere. Die Gäste des unterfränkischen Verkehrs- und Sicherheitstags könnten einen lehrreichen Tag erleben, wovon sich der Leiter der Bayerischen Staatskanzlei bei einem Rundgang nach der Eröffnung mit Polizeipräsident Helmut Koch auch selbst ein Bild machte.

Marktheidenfelds Bürgermeisterin Helga Schmidt-Neder betonte die stete Notwendigkeit über die Sicherheit im Straßenverkehr zu informieren. Bei der Kriminalitätsbekämpfung stehe man immer wieder vor neuen Herausforderungen, wie die Internetkriminalität zeige. In Fragen der Gewalt und der Sucht müsse die Prävention in den Vordergrund treten und dazu leiste die Veranstaltung, die auch von der kommunalen Jugendarbeit unterstützt werde, einen guten Beitrag. Viele gesellschaftliche Gruppen hätten mitgewirkt, um Familien einen unterhaltsamen und informativen Tag zu bereiten.

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MainPost, 25.01.2008
Maritta Düring-Haas baut Stiftung auf:
Netzwerk für Angehörige von Unfallopfern


Christian Presl-Stiftung: Beratung für Hinterbliebene von Unfallopfern

Fast drei Jahre ist es her, dass der damalige Verwaltungsleiter der Klinik Bavaria, Christian Presl (34), bei einem tragischen Verkehrsunfall ums Leben kam. Die eigene Trauer-Erfahrung bewog die Familie, ein Jahr später ein Beratungsangebot für Hinterbliebene von Unfallopfern zu schaffen. Seit einem Jahr ist Diplom-Sozialpädagogin Maritta Düring-Haas mit dem Aufbau der Christian Presl-Stiftung betraut.

Wenn Angehörige plötzlich mit dem Unfalltod eines nahe stehenden Menschen konfrontiert werden, sei dies psychisch und physisch extrem belastend, sagt Düring-Haas. Da werde vielleicht der Vater durch einen Unfall mitten aus der Familie heraus gerissen und die Frau müsse das Leben dann mit den Kindern allein bestreiten, gibt die Sozialpädagogin ein Beispiel. „Und vielleicht haben sie auch noch ein Haus gebaut, das noch nicht abbezahlt ist.“

Familiengefüge am Wanken

Wenn ein Kind ums Leben kommt, sei das ganze Familiengefüge am Wanken, „denn das Kind hatte ja eine bestimmte Rolle“. „Kinder sind die Hoffnung auf die Zukunft“, weiß Düring-Haas, Eltern würden es schwer verkraften, dass diese Zukunft plötzlich zerstört ist. In anderen Fällen gehe es um Ehepartner oder die Eltern, die unvermutet nicht mehr da sind. Dass Menschen bei einem Unfall so plötzlich aus dem Leben weg sind, sei für Manche schwer zu verkraften, „denn man kann sich nicht verabschieden“.

Manchmal trauern Menschen sehr lange Zeit einem geliebten Menschen nach, sie kapseln sich ab und glauben, ihre Trauer sei „nicht normal“, so die Sozialpädagogin weiter und denkt dabei an eine Frau, die ihre Eltern vor zehn Jahren bei einem Unfall verlor und noch heute daran trägt. „Ist das denn normal?“, habe sich die Frau gefragt. Dabei trauere jeder Mensch anders, habe individuelle Zeiträume, in denen er die Trauer lebe, so Düring-Haas.

Oft hätten Hinterbliebene auch nicht den Mut oder die Kraft, sich Hilfe zu suchen, weiß die Sozialpädagogin. Hier wolle sie ansetzen. „Wir wollen die Angehörigen mit ihren Sorgen und Nöten nicht allein lassen.“ Es gebe zwar Hilfsangebote, aber es bestünden Lücken. „Wir wollen vernetzen, Kontakt zu den Beratungsstellen herstellen.“ Die Stiftung will dabei in den Landkreisen Schweinfurt, Bad Kissingen und Rhön-Grabfeld wirken.

Sehr positive Resonanz

Inzwischen gibt es einen Flyer, der das Angebot der Stiftung erläutert: Trauerbegleitung wird ebenso angeboten wie die Vermittlung rechtlicher Beratung und die Möglichkeit, mit jemandem Alltagsprobleme aufzuarbeiten, die zum Beispiel am Arbeitsplatz, beim beruflichen Wiedereinstieg oder bezüglich der Betreuung der Kinder entstehen. „Die Resonanz ist sehr gut“, sagt Düring-Haas. Die Beratungsstellen zeigten sich sehr interessiert. Zwölf Angehörige meldeten sich 2007 bei Düring-Haas und baten um Hilfe bei der Trauer- und Lebensbewältigung. Es seien meist sehr umfangreiche Problemsituationen vorhanden. Die Sozialpädagogin vermittelt die Hilfsangebote. Danach laufen die gezeitigten Ergebnisse bei ihr zusammen. „Die Familien haben oft nicht die Kraft, den langen bürokratischen Weg auf sich zu nehmen."


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